Um gleich zu Anfang einen Zweifel anzumerken: Manchmal frage ich mich, ob wir Auslandskorrespondenten mit unserer Arbeit nicht alle auf die eine oder andere Weise gescheitert sind. Denn wie sonst liesse sich erklären, dass so viele Besucher, die zum ersten Mal nach Israel kommen, erstaunt sagen: Nein, sooo hätten sie sich das Land überhaupt nicht vorgestellt. Was sie überrascht, sind die Normalität und die Vitalität dieses nahöstlichen Inseldaseins. Dazu gehören die Modernität (nicht nur) Tel Avivs, auf dessen Strassen schon lange keine Kamele mehr herumlaufen, eine mehrheitlich säkulare jüdische Bevölkerung ebenso wie die Existenz palästinensisch-israelischer Staatsbürger. Ebe ...