Shirin Neshats Loft in Manhattans Chinatown geht direkt auf die Canal Street. DrausÂsen dröhnt der Verkehr, durch die grossen Fenster fällt das Licht. An den Wänden stehen einige jener Werke, mit denen die 1957 im Iran geborene Künstlerin und Filmemacherin internationale Berühmtheit erlangt hat: grossformatige Schwarzweissaufnahmen von Frauen mit und ohne Kopfbedeckung, mit persischer Kalligrafie überschrieben.
Man könnte Shirin Neshat Kitsch und ein manipulatives Spiel mit Stereotypen vorwerfen. Aber wer das versucht, wird von den Wogen der Begeisterung weggespült, die dieser Frau entgegenbranden, wo immer sie auftritt, jetzt zum Beispiel wieder an der Berlinale, wo sie in der Jury ...