Mehmet Memisevic trägt drei Tätowierungen: auf der linken Hand sein Geburtsdatum, auf dem rechten Oberarm ein Messer und gross auf der linken Brust den Namen «Salko». Salko war Mehmets älterer Bruder, gemeinsam versuchten sie im Juli 1995 aus Srebrenica vor den Truppen des serbischen Generals Ratko Mladic zu fliehen. Salko wurde auf dem Todesmarsch erschossen. Mehmet konnte sich bis in die Stadt Tuzla durchschlagen. In jenen Tagen, sagt er, sei er «durch die Hölle gegangen». Die vergangenen acht Monate in der Schweiz empfindet er jedoch als noch schwerer: «Ich denke oft an Selbstmord. Ich kann nicht verstehen, was ich getan habe.»
«Junge Frau erschossen», lautete die Meldung der ...