Als Herbert Lüthy am 16.?November 2002 in Basel starb, war er längst verstummt, seine an sich schon kleine Statur war zusammengefallen, der einst so vife Geist erwachte nur noch gelegentlich aus dem Dämmer des Vergessens und der Depression. Vergessen wurde Lüthy aber auch von der historisch interessierten Öffentlichkeit. Nicht einmal mehr Studenten der Geschichte ist er heute ein Begriff. Seltsamer Kontrast: Der Mann, der zermürbt von Selbstzweifeln und geplagt von Minderwertigkeitsgefühlen lebte, hat ein Werk hinterlassen, vor Selbstbewusstsein strotzt. Er schoss kritische Pfeile ab, die weit über das akademische Feld hinausflogen und zielsicher ins Schwarze trafen. Analytisch schar ...