Weshalb schreibt man einer Geliebten einen Brief? Um ihr die ewige Liebe zu versprechen? Um sich zu erklären, gar zu rechtfertigen? Um Abschied zu nehmen, um den Abschied hinauszuzögern? Oder um einen Augenblick, den man gerne gemeinsam erlebt hätte, nun zumindest mit Worten für die Angebetete auferstehen zu lassen?
Antonio Tabucchis neuer Roman «Es wird immer später» setzt sich aus 18 Briefen zusammen, die einen lose miteinander verbundenen Reigen der verpassten Chancen bilden. Bis auf eine Ausnahme sind es Männer, die sich hinsetzen, um in Worte zu fassen, was sie umtreibt, um sich ihren Frauen zu offenbaren. «Mein Liebling; meine Liebe; liebe liebste Liebe»: Tabucchis Männer st ...