Im antiken Griechenland war die Sache noch klar: Selbstverständlich darf abgetrieben werden. Erst recht, wenn ein Kind behindert sein könnte. Da die Pränataldiagnostik vor 2500 Jahren noch weit entfernt war, empfahl Philosoph Platon: Eltern, die das günstige Zeugungsalter überschritten haben, sollen die Schwangerschaft abbrechen. Dadurch sollte die genetische Gesundheit des Volkes gewährleistet bleiben. Auch Aristoteles empfahl Abtreibungen zum Wohl der Gesellschaft: dann nämlich, wenn die Kinderzahl im Staat (oder in der Familie) zu gross war.
Bei den Römern galt der Fötus als Teil der Frau («portio mulieris») oder sogar als Teil ihrer Eingeweide («pars viscerum matris»). Die ...