Ein Wein ist so gut wie das, wozu er getrunken wird? Unsinn. Die grössten Weine sind sich selbst genug, die Finesse eines grossen Château d’Yquem zerstört jeder Blaukäse. Was stimmt, ist, dass es besonders glückliche Mariagen von Speisen und Weinen gibt. In den Tiefen der siebziger Jahre traf ich für die Weltwoche den Papst des französischen Käses, Pierre Androuët, in seinem Restaurant an der Pariser Rue d’Amsterdam. Das Menü (wie ich es überlebt habe, ist mir bis heute ein Rätsel) bestand aus sieben sich folgenden, ausladenden Käseplatten. Zu einer Auswahl von Ziegenkäsen aus dem Midi servierte der maître affineur einen Wein, den ich in meinem jugendlichen Unverstand nich ...