Hierzulande gab es das bislang nicht: eine Schauspielerin, die es wagt, tief in die schattigen Schluchten eines geschädigten Bewusstseins vorzudringen. Da mag man sich an jene erinnern, die einst vom Lee-Strasberg-Meissel bearbeitet wurden. An jene weiblichen Heroen, die aus dem Testosteron-Method-Acting-Schatten von Marlon Brando und Co. nie so richtig raus und ins Rampenlicht kamen. An Shelley Winters etwa; ihre Mimenkunst hatte trotzdem Sprengkraft. Aber das war das gute alte Hollywood. MeToo hat Gott sei Dank einiges geändert, aber die Athleten-Schürfgebiete der Seelen-Claims bleiben mehrheitlich in den USA.
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