Wenn man ehrlich ist, sieht der schlaksige Mann, der etwas ziellos über den Flur des Berliner «Adlon»-Hotels spaziert, aus wie ein grosses Kind in einem deutlich zu weiten Anzug — Tweed-Jackett, gepunktete Krawatte, mit den langen Haaren und diesem zarten Gesicht eines heranwachsenden Aristokraten: Wes Anderson erinnert eher an einen jungenhaften, verschrobenen Dandy als an einen Mann, der als Autor, Regisseur und Produzent seiner eigenen Filme die künstlerischen Zügel so fest in der Hand hält wie kaum ein anderer Filmemacher seiner Generation. Die eigenwilligen Werke des 44-Jährigen, so gut wie immer ein Panoptikum noch eigenwilligerer Charaktere, kommen oft harmlos oder gar mär ...