Die Entwicklung der Musik Jazz ist ein verzweigtes genetisches System. Kein Wunder, hat schon Joachim Ernst Berendt mit den unzähligen Neuauflagen seines «Jazzbuchs» und seiner jahrzehntelangen Arbeit beim Südwestfunk Baden-Baden mehr zu seiner Verbreitung beigetragen, als man ihm nach seiner späten Wende zu einer Art biografisch-erotischer Erweckungsliteratur zugestehen möchte. Dem Laien konnten sie im Dschungel der durcheinander wuchernden Personalstile eine Hilfe sein, dem Aficionado dienten sie, um daran die Einwände festzumachen – so viele, dass am Ende die Regel nur noch als Negation stehen blieb.
Im postmodernen Quodlibet und «anything goes» ist Berendts Konstruktion der di ...