Diese CD fischte ich mit spitzen Fingern aus der Post. «Enrico Pieranunzi plays Domenico Scarlatti»: Verheisst das nicht eine aufgewärmte Mode, von der schon ein Hautgout ausging, als sie zum ersten Mal auf dem Tisch stand? In den sechziger Jahren breitete sich endemisch aus, was zutreffend scheusslich «verjazzte Klassik» hiess. Nichts bot sich dafür so an wie die Musik des Barock. Die durchgehenden Metren liessen sich als «Swing» missverstehen. Bach mit Besen, sozusagen. Der Abräumer in dieser bei allen höheren Töchtern beliebten Sparte war der Franzose Jacques Loussier. Seine Formel «Play Bach» war so erfolgreich, dass Friedrich Dürrenmatt danach seine Lesart von Strindbergs ...