Diese Schriftstellerin ist eine wilde Person, Konventionen bedeuten ihr nichts, mittelmässige Gefühle verachtet sie, gesellschaftliche Vorgaben ignoriert sie, und was sie literarisch unternimmt, ist ohne Zweifel ein atemnehmendes Hochrisikospiel. Nachprüfen kann man dies jetzt in A.L. Kennedys neu auf Deutsch erschienenem Roman «Also bin ich froh», den sie allerdings auf Englisch schon vor neun Jahren publizierte. Die Geschichte eines Exzesses auf dem Kampfplatz der Geschlechter lässt den Leser als Zerrissenen zurück: betäubt, bezaubert, entsetzt – alles gleichzeitig. Wie immer man sich auch zu diesem Buch verhält, es gibt nur ein Gefühl, das diese Lektüre völlig ausschliesst: ...