Anfang der siebziger Jahre versuchte ich mit mässigem Erfolg, in Graz Deutsch zu lernen. Eines Tages rief mich meine Mutter aus der Schweiz an, um mich zu bitten, nach Bad Ischl zu fahren und Luchino Visconti zu besuchen, der dort den Film «Ludwig» drehte. Er war ein Freund der Familie, weshalb meine Mutter gedacht hatte, ich könnte ihm doch diese Aufmerksamkeit erweisen. Damals dauerte die Autofahrt von Graz nach Bad Ischl allerdings drei Stunden, und ich hatte nicht die geringste Lust, diese Strecke zurückzulegen, nur um einem alten Herrn die Hand zu schütteln. Aber es blieb mir nichts anderes übrig.
Visconti war zwei Jahre vor meinem Vater geboren (dem er vor allem im Alter verblü ...