Leopold Obermayer war wütend und verzweifelt zugleich. Als Schweizer Bürger hatte er sich in Sicherheit vor den Nazi-Schergen gewähnt. Doch es kam anders. Der Schaffhauser Jurist und Weinhändler mit Wohnsitz im bayerischen Würzburg gerät 1934 in «Schutzhaft» – so beschönigen die Nazis ihre Möglichkeit, Regimegegner ohne richterliche Erlaubnis einzusperren. Obermayer kommt ins KZ Dachau. Seine «Vergehen»? Er hatte sich über die Verletzung des Postgeheimnisses beklagt, sich zu seiner Homosexualität bekannt, war zudem Jude, und die Nazis hielten ihn für einen russischen Spion.
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