Das Lucerne Festival holt Heiner Goebbels für diesen Sommer als «Composer in Residence». Um gleich beizufügen, dass es sich um einen «Anti-Komponisten» handle. Was natürlich Unsinn ist. Denn Heiner Goebbels betreibt Komponieren im wörtlichsten Sinn, als Zusammenstellen von Klängen. Er ist ein Sammler von tönenden Materialien, die er nach dem Prinzip der Montage verarbeitet. Er ist aber auch ein Wanderer zwischen den sonst hochnotpeinlich geschiedenen Gattungen der Klassik, des Pop, des Jazz. Er lehnt die individuelle Genieästhetik ebenso ab wie den Glauben an «rein musikalischen Fortschritt».
Dass er dabei überall aneckt, kann ihm gleichgültig sein. Für die «reine» Avantgar ...