Spätestens seit Elfriede Jelineks Reaktion auf die bevorstehende Verleihung des Literaturnobelpreises weiss man, dass Auszeichnungen Autoren nicht unbedingt glücklich machen. Warum das so ist, erklärt der diesjährige Büchner-Preisträger Wilhelm Genazino in seiner neuen Essaysammlung: Unfreiwillig habe der geehrte Autor plötzlich teil an der Schizophrenie des Betriebs; Kulturpolitiker kennten meist keine Zeile des Werks, das sie auszeichnen; und Kritiker, die gemeinhin beklagten, die Literatur sei gesellschaftlich belanglos, hielten nun eine Laudatio. Als «Problem-Stellvertreter» müsse der Autor «den Konflikt über Wert und Wertlosigkeit der Kultur austragen».
Von seiner selbstre ...