Zuerst Toiletten, dann Tempel», hatte der grosse Wahlsieger, Narendra Modi, im Wahlkampf versprochen. Seine Vereidigung in Delhi war dann weit weniger lapidar. Sie war die glanzvollste seit der Unabhängigkeit von den Briten 1947: mehr als 4000 Gäste, unter ihnen der Erzfeind Nawaz Sharif aus Pakistan. Der Teeverkäufer Modi hat seine Regentschaft mit einem Paukenschlag begonnen.
Der Sieg seiner Bharatiya Janata Party (BJP) bringt ein weiteres grosses Land in Asien unter die Führung eines konservativen, veränderungswilligen Nationalisten, der sich nicht scheut, populistische Mittel zu verwenden. Wie Japan und China – sowie auch Russland – will Modi einen politischen Kurs steuern, der ...