Unvergesslich ist mir die Begegnung mit Ruth Berghaus geblieben. Mit der Regisseurin aus der einstigen DDR, die dort halb Aushängeschild, halb Stachel im sozialistischen Fleisch war. Auch im Westen war die radikale Opernfrau seit den späten siebziger Jahren gefragt, ausser auf Schweizer Bühnen. Erst 1991, zwei Jahre nach dem Fall der Berliner Mauer, kam sie nach Zürich. Der Bann schien gebrochen, (zu) spät freilich: Bis zu ihrem Tod im Januar 1996 konnte sie noch vier Inszenierungen am Zürcher Opernhaus und eine am Basler Theater betreuen.
Vor ihrem Schweiz-Debüt mit «Elektra» von Richard Strauss konnte ich mit ihr sprechen – mit einer Frau, die vorsichtig, ja abwägend argumentie ...