Bevor Charles Taylor auf die Bühne tritt, marschiert eine Blaskapelle auf. Sie wirkt etwas verloren in dem halbleeren Fussballstadion. Der Präsident fährt in einer gepanzerten Mercedes-Limousine vor, umschwärmt von Leibwächtern, während ein Gospelchor «Wie gross bist Du» singt. Wir schreiben den Juli 2003, und Taylors Tage als ruchloser Staatschef und Kriegsfürst sind gezählt, denn Rebellen rücken scheinbar unaufhaltsam auf Liberias Hauptstadt Monrovia vor. Der Noch-Präsident ist von Kopf bis Fuss in Weiss gekleidet, er mimt das Unschuldslamm.
Das Publikum besteht hauptsächlich aus Vertriebenen, die vor den Rebellen nach Monrovia geflüchtet sind. Sie vegetieren auf den Gänge ...