Hass muss produktiv machen. Sonst ist es gleich gescheiter, zu lieben», schrieb vor hundert Jahren der Satiriker Karl Kraus, der in seinen Lesungen die Literaturschranzen seiner Zeit sezierte und die Moralspiesser mit der Wucht eines Scharfrichters sprachkritisch auseinandernahm. Wer richtig liebt, kann auch deftig hassen. Der 1960 geborene Schriftsteller Maxim Biller ist eines dieser streitbaren RestÂexemplare; einer, der die Polemik als Kunstform betreibt, die Beleidigung nicht scheut und einen Hohlkopf einen Hohlkopf nennt.
«Hundert Zeilen Hass» heisst die Sammlung dieser von 1987 bis 1996 monatlich in der Zeitschrift Tempo und dann bis 1999 im Zeit-Magazin erschienenen Kolumnen. Der ...