Er war der geborene Showman. Allerdings hat sich sein Image gewandelt. Als kurz nach dem Zweiten Weltkrieg der 33-jährige Rumäne Sergiu Celibidache das Podest vor den Berliner Philharmonikern betrat – die deutsche Maestro-Prominenz harrte der Entnazifizierung –, erschien der junge Mann mit der theatralischen Gestik und dem wilden Blick wie der aus den transsylvanischen Wäldern entlaufene Dracula. Ein halbes Jahrhundert später, nach einer langen Irrfahrt, war aus dem musiksaugenden Vampir ein Mystiker geworden, der mit Tönen in spirituelle Höhen zu entschweben suchte. Die siebzehn Jahre bei den Münchner Philharmonikern bis zu seinem Tod 1996 machten ihn zur Legende und sind in der ...