Wenn Hanna Ziegert, 64, Mörder und Gewaltverbrecher zum Gespräch trifft, hat sie stets Âeine Thermoskanne mit Kaffee und Âeinige Brezeln in der Tasche. Die forensische Psychiaterin tut dies nicht nur aus Freundlichkeit: Zum einen weiss sie um den entspannenden Effekt, den man mit Essen und Trinken erzielen kann, zum anderen beginnt ihre Analyse bereits, wenn sie beides auf den Tisch stellt. Ob der zu begutachtende Täter gleich zugreift oder den Proviant ablehnt, liefert erste Hinweise auf seine Psyche. Im Übrigen profitiere sie in diesem Setting meist davon, eine MutterÂfigur und Frau zu sein, sagt die Expertin. Ausserhalb der Gefängnismauern ist die in München wohnhafte Analytikeri ...