Wir müssen uns kurz den demütigenden Bezeichnungen für Menschen über fünfzig zuwenden. Polo Hofer, um den es hier geht, erhielt von Zürichs nobelstem Medium die Auszeichnung «in Würde gereift». Das evoziert umgehend Gerüche von überekipptem Burgunder, rezentem Camembert oder Bilder eines ramponierten Oldsmobile. In jedem zweiten Interview wird Polo Hofer (Jahrgang 1945) geflissentlich das Pensionsalter vorgerechnet, das er nächsten März erreichen wird. Es sind Sticheleien von Leuten, die dem Tod nicht in die Augen schauen können. Polo schon.
Seit den sechziger und den frühen siebziger Jahren hat jede westliche Nation einen. Einen Protest- und Minnesänger, der ein Leben lang s ...