Den Tell verkörpert ein Schreiner, den Gessler ein Lehrer. Thomas Gisler kommt aus Bürglen und urnert lupenrein. Wohingegen Henning Marxen zwar in Altdorf unterrichtet, aber als Lübecker ein geschliffenes Hochdeutsch redet. Das Machtgefälle zwischen dem Reichsvogt und dem Landmann materialisiert sich neu – im sprachlichen Gegensatz. So zu sehen (respektive zu hören) kommenden Sommer zwei Monate lang an den Altdorfer Tellspielen.
Alle vier Jahre aufgeführt, basieren diese seit mehr als hundert Jahren auf Schillers «Wilhelm Tell» von 1804. Und doch präsentiert sich das Stück jedes Mal anders. Umstritten ist Barbara Schlumpfs Version von 1998, in der Tell zu rockiger Livemusik im « ...