Der Könner. Er wusste alles; er konnte zu viel, um ein Genie zu sein. Das war Alexander Glasunow, zu Beginn des 20. Jahrhunderts die grosse Hoffnung unter den russischen Komponisten. Seine Musik erreicht eine Perfektion, die es schwer macht, an der brillanten Oberfläche zu kratzen. Es fehlen ihr die Kanten – man staunt und vergisst. Vielleicht ist dies ungerecht einem so hoch begabten Mann gegenüber, der zumindest in den frühen Werken um einen eigenen Weg rang. So wollen wir uns die Zweite Sinfonie des 21-jährigen Glasunow unbefangen anhören, zumal sie jetzt in einer konzisen, gut ausbalancierten Wiedergabe durch das BBC National Orchestra of Wales unter seinem japanischen Ehrendirig ...