Der letztes Jahr verstorbene Werner Burkhardt war, als Jazz- wie als Theaterkritiker, ein Mann, der Komplexes gern anschaulich erklärte. So illustrierte er das höchst gespannte, in der Gegensätzlichkeit aber sehr kreative Verhältnis zwischen den beiden Protagonisten des legendären Modern Jazz Quartet einmal so: Wenn die Combo ein Konzert hinter sich hatte, pflegte der schmallippig-asketische Meisterpianist John Lewis einem erlauchten Kreis beim Tee musiktheoretische Vorträge zu halten, während sich Vibrafonist Milt Jackson umgehend in den nächsten Puff absetzte. Die Partnerschaft der beiden war perfekt wie die zwischen Vernunft und Gefühl. Der Feingeist Lewis domestizierte den über ...