Am 18. Juni um 18 Uhr werde ich, so Gott will, im Vélodrome von Marseille in der Südkurve sitzen und mir beim Spiel Ungarn gegen Island den Hals heiserschreien. Mit mir werden schätzungsweise 10 000 Isländer, die wie alle Nordländer dem Alkohol nicht unbedingt abgeneigt sind, ihre Mannschaft anfeuern. Dies sind drei Prozent der Gesamtbevölkerung des kleinen Staates im Atlantik (immerhin zweieinhalb Mal grösser als die Schweiz). Zum Vergleich: Drei Prozent der Schweizer – 240 000 nach Adam Riese – hätten in Frankreichs zweitgrösstem Stadion, von dem aus Gérard Depardieu als Maire in der Netflix-Serie «Marseille» über die Stadt hinausblickt, gar nicht Platz.
Island ist e ...