Der Mann, der heute Donnerstag vor die Medien tritt und den neuen Literaturnobelpreisträger bekanntgibt, ist für manchen europäischen Autor, Kritiker und Juror ein heimlicher Held: Horace Engdahl, Ständiger Sekretär jener Schwedischen Akademie, die jeweils bestimmt, wer die prestigeträchtigste Literaturauszeichnung der Welt erhält.
Vor einer Woche hat Engdahl in Interviews seine persönliche Vorausscheidung publik gemacht: Europa sei immer noch «das Zentrum der literarischen Welt», nicht die Vereinigten Staaten. Europa ziehe Exilschriftsteller an, weil es «die Unabhängigkeit der Literatur respektiert». Darum sei es kein Zufall, dass die meisten Literaturnobelpreisträger Europäe ...