Ernst Haefliger (1919–2007)
Es war ein strenges Programm in Gstaad beim ersten Concours Ernst Haefliger im Herbst 2006, auch für mich, den jungen künstlerischen Direktor. Eine Woche lang ab zehn Uhr morgens den ganzen Tag junge Sänger anhören. Würde unser Namensgeber durchhalten, wo schon jüngere Juroren Konditionsprobleme haben? Er war immer der Erste. Eine halbe Stunde vor Beginn nahm Ernst Haefliger seinen Ehrenplatz im Kirchgemeindehaus ein. Da sass er, alleine im noch leeren Saal, und sang, ganz für sich, sein Lied. Ein gebrechlicher Mann, stets umsorgt von seiner Gattin Anna, war er noch immer eine stattliche, ehrwürdige Erscheinung. Zudem voll präsent mit scharfem Urteil un ...