Kultur war für den amerikanischen Ethnologen Geertz ein selbstgesponnenes Bedeutungsgewebe. «Ihre Untersuchung ist deshalb keine experimentelle Wissenschaft, die nach Gesetzen sucht», schrieb er, «sondern eine interpretierende, die nach Bedeutungen sucht.» Das war nicht bloss eine Feststellung, sondern eine Forderung. Und eine ziemlich gewagte, denn man befand sich Anfang der siebziger Jahre, und es regierte der Strukturalismus, der so tat, als liesse sich Kultur auf mathematische Formeln bringen. Daneben gab es die Marxisten, die Evolutionisten und die Freudianer, die sich in ihren Prämissen zwar unterschieden, aber ebenso an ewige Gesetze glaubten.
Für einen Wissenschaftler, der vom ...