Jorge Semprún (1923–2011)
Sein erster literarischer Text ist «Die grosse Reise», die lange und langsame Reise eines zwanzigjährigen Résistance-Kämpfers in einem Viehwaggon nach Buchenwald. Dieses autobiografische Werk schrieb Semprún 1963 in Madrid, als er Organi sator der Studentenopposition gegen Francos Regime war und sich vor der Geheimpolizei verstecken musste. Eine lange Zeit des Schweigens trennte ihn vom traumatischen Erlebnis im KZ. Nach der Befreiung durfte Semprún in die Rekonvaleszenz nach Locarno gehen, wo er mit der Niederschrift des Grauens beginnen wollte. Doch Schreiben und Leben schlossen sich dazumal noch völlig aus. In seinem Meisterwerk «Schreiben oder Leben ...