Wenn wir die Nächstenliebe in ihre ÂBestandteile zerlegen, erhalten wir einen Nächsten und die Liebe. Damit ist auch schon die alte Frage geklärt, wer genau denn der Nächste ist, den man lieben soll wie sich selbst: Es muss jemand sein, den wir mit unserer Liebe erreichen können. Er muss unsere Nächstenliebe spüren können, denn andernfalls wäre es keine tätige Nächstenliebe, sondern fromme Behauptung. Um die Nächstenliebe spüren zu können, muss der Nächste uns räumlich nahe sein. Der Nächste ist der Nachbar, der Freund, der Gemüsehändler, jeder, dem wir auf der Strasse begegnen. Der Akt der Begegnung ist dabei unerlässlich: Es gibt keine Fern-Nächstenliebe. Wenn wir in ...