Überall war er zu Hause, nirgends hat er Fuss gefasst. Quecksilbrig, stets einem Lachanfall zugeneigt, pendelte der Koreaner zwischen Alter und Neuer Welt. Der Glaube an parallele Wirklichkeiten half ihm, Zeitdistanz und Unterschiede der Kulturen zu überlisten: Er wohnte in New York und unterrichtete in Düsseldorf, längst als Urheber und Klassiker der Videokunst gefeiert. Dabei besass er lange kein TV-Gerät, sah nur ausnahmsweise fern und war am apparativ-didaktischen Teil des Mediums nur gering interessiert.
1932 in Seoul geboren, hatte der verwöhnte Junge nur Kunst und Künste im Kopf. Aus einer reichen Familie von Hutfabrikanten stammend, wurde er überzeugter Kommunist, «da es chi ...