Ich habe nichts gegen Strassenmusik, gewiss nicht. Doch ich werde den Eindruck nicht los, das Gros der Strassenmusikanten ziele eher auf den Mitleideffekt als auf bewundernde Anerkennung ab. Statt nun einfach die Ohren hängen zu lassen, habe ich beschlossen, etwas gegen die Misere zu unternehmen: Ich gebe nur noch jenen Geld, die musikalisch etwas zu bieten haben. Zum Beispiel dem polnischen Streichquartett, das unser Städtchen regelmässig besucht. Für den runzeligen Geiger, der mit wehmütigem Blick und krächzendem Ton um einen Batzen wirbt, habe ich hingegen nur noch ein leicht säuerliches Lächeln übrig.
Hartherzigkeit? Nein, natürliche Auslese. Als gläubiger Darwinist bin ich de ...