Tel Aviv
Weltwoche: Herr Barak, wir wollen über Gaza sprechen, aber zuerst ein paar Worte zum Iran. Die jüngsten Unruhen zeigen, wie tief verhasst das Regime ist. Was müsste geschehen, damit die Theokratie in Teheran Geschichte wird?
Ehud Barak: Demonstrationen allein bringen ein Regime wie das iranische nicht zu Fall. Derzeit fehlt es sowohl an einer glaubwürdigen, charismatischen Führungsfigur als auch an einer Oppositionsgruppe, die das zersplitterte Lager einen könnte. Zudem wären sichtbare Brüche innerhalb der bewaffneten Machtstrukturen erforderlich – etwa Uniformierte, die sich auf die Seite der protestierenden Bevölkerung schlagen.
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