Berlin ist ein wetterwendisches Klauentier: Wo immer man steht, stets bläst einem sein eisiger Atem direkt ins Gesicht. Die Berliner Luft hat winters eine beissende Berliner Schnauze.
In der unterirdischen Kantine des Deutschen Theaters brütet Barbara Frey über einem Textbuch. Das ist sie also, die erste Frau, die den Direktorensessel des Schauspielhauses Zürich besitzen wird. Und bereits für Unruhe sorgte, als im Dezember bekannt worden war, dass sie den Vertrag noch nicht unterschrieben hätte. In Freys Nähe ist Berlin um einige Grad wärmer. Die Frau ohne Frisur hat glühende Wangen, als hätte sie eben noch gegen den Wind angekämpft. Oder einen Gipfel bestiegen? Auf der Bank lage ...