Nur schon der Tonfall kann einen stutzig machen: Da wird gewarnt vor einer «Verwilderung der Arbeitsbedingungen», da wird gerufen nach Ordnung, Kontrolle, Bewilligungen – kurz: Der Staat soll wieder mal neue Grenzen setzen.
Es geht um die Temporärarbeit. Sie ist derzeit im Visier der Gewerkschaften, sie war in den 1.-Mai-Reden ein Objekt der Anklage, sie steht im Zentrum einer Kampagne, die Gewerkschaftsbund-Chef Paul Rechsteiner letzte Woche startete. Dabei erfuhr man, dass die Teilzeitarbeit an Bedeutung gewinnt: Rund eine Viertelmillion Menschen arbeiten heute in Kurzeinsätzen, das sind viermal mehr als 1993. Man könnte also naiv meinen, dass diese Arbeitsform einfach immer beliebt ...