Herr Klingemann, was halten Sie von dem Satz «Einmal ein Junkie, immer ein Junkie»? Harald Klingemann: nichts. Dieser Satz ist ebenso falsch wie das weitverbreitete Vorurteil, dass Süchtige nicht fähig sind, selbständig von der Sucht loszukommen.
Bisher nahm man an, dass ein breit gefächertes Therapieangebot und verschiedene Substitutionsprogramme unerlässlich sind, um Süchtigen zu helfen. Eine falsche Annahme? Heute steht fest: Wenn jemand von der Sucht loskommt, dann in der Regel ohne professionelle Hilfe. Das gilt auch für heroin- und alkoholabhängige Menschen.
Sie haben die erste Schweizer Langzeitstudie zum Thema Selbstheilungen präsentiert. Mit welchen Ergebnissen? ...