Immer wieder hört man den Satz, die «Politikverdrossenheit» nehme zu. Keine Talkshow, in der nicht wenigstens ein Teilnehmer, meistens ein Politiker, diese Behauptung in die Runde werfen würde mitsamt Ratschlägen, was man dagegen tun sollte. Zum Beispiel: «die Menschen draussen im Lande dort abholen, wo sie sind» — als wären sie Kinder, die sich im Wald verlaufen haben. Sehr beliebt ist auch der Vorschlag, die Politik dürfe «die ÂMenschen mit ihren Sorgen nicht allein lassen».
Tatsächlich kann von Politikverdrossenheit keine Rede sein. Was es freilich gibt, ist eine Politikerverdrossenheit. Diese wird von den Politikern zum Beispiel dann genährt, wenn sich die Abgeordneten de ...