Er war 25 Jahre alt, als er von der faschistischen Polizei verhaftet wurde. Vittorio Foa, Giulio Einaudi und andere Intellektuelle, die in jener Mainacht 1935 zusammen mit ihm in Ketten gelegt wurden, schickte das Mussolini-Regime auf Strafinseln – «in die Ferien», wie Silvio Berlusconi heute sagen würde. Bobbio kam mit einer Ermahnung davon. Nach einer Woche Haft durfte er das Gefängnis wieder verlassen und startete eine Universitätskarriere. Fast sechzig Jahre später deckte das Nachrichtenmagazin «Panorama» die Hintergründe jener Vorzugsbehandlung auf, die vielen Freidenkern versagt blieb: zu forschen, Bücher zu schreiben oder ganz einfach zu überleben. Bobbio hatte dem Duce e ...