Talentierte Winzer kaprizieren sich zwar keineswegs auf Katastrophenjahre – doch es gibt finstere Momente, da verhagelt es dem couragiertesten unter ihnen alle Hoffnungen. Aber die besten Jahrgänge lieben sie auch nicht. Ganz einfach, weil da jeder Idiot etwas Valables zustande bringt und der Wein sich sozusagen von selbst macht. In Montalcino, der toskanischen Prestige-Appellation, war 2011 weder das eine noch das andere der Fall. Auf normale Bedingungen im Winter und Frühling folgte ein heisser Sommer mit vielen Hitze-Spitzen, was die Sangiovese nicht einmal dort mag, wo ihr die Winde von der Maremma und vom Monte Amiata her ins Laub fächeln. Was auf den insgesamt 125 Hektaren des Anw ...