Da ich im Thurgau aufgewachsen bin, greift mir diese gemässigte Zone ans Gemüt, wenn immer ich zu ihr zurückkehre. Zum Beispiel, wenn ich bei Hans Ulrich Kesselring auf Schlossgut Bachtobel etwas abzuholen habe, am Ottoberg bei Weinfelden. Kesselring, siebter (und letzter) Winzer seines Geschlechts, ist ein Monsieur mit kauzig-trockenem Humor. Im Haus seiner Vorfahren wohnt er wie in einem Museum, aber in den Ökonomiegebäuden lagert Öno-Hightech. Nicht anders als sein Wahlverwandter Pircher in Eglisau (Weltwoche Nr. 35/07) steht Kesselring für den enormen Quantensprung des Ostschweizer Rebbaus. Nicht dass im nebligen Thurtal in einer klimatischen Grenzlage ein Blauburgunder dieser K ...