Dass ein Komponist einen Geniestreich hinwirft und sonst lauter Nichtigkeiten, mutet doch ziemlich seltsam an. Georges Bizet ist in den bedenklichen Ruf eines Ein-Werk-Komponisten geraten. Neben der unnachahmlichen «Carmen» scheint wenig aus dem Œuvre des früh verstorbenen Musikers (1838–1875) Bestand zu haben – vielleicht noch die muntere Sinfonie des 17-Jährigen, vielleicht auch die Musik zu Alphonse Daudets Schauspiel «L’Arlésienne», zumindest in der Form der beiden wunschkonzertverdächtigen Suiten.
Das Klischee vom grossen Wurf und vom belanglosen Drum und Dran ist gerade bei Georges Bizet zu hinterfragen. Schliesslich hat in der französischen Musik der Romantik keiner so ...