Der Holocaust ist in Israel Teil des nationalen Diskurses. Kaum ein Tag vergeht, ohne dass in den Medien der sechsmillionenfache Mord thematisiert wird. Schulklassen pilgern vor der Matura nach Auschwitz, offizielle Gäste müssen in der Holocaust-Gedenkstätte Yad Vashem einen Kranz niederlegen. Dass das Andenken politisch instrumentalisiert wird, wurde Israel mehrfach vorgehalten – zum Beispiel von Norman Finkelstein in seinem Bestseller «Die Holocaust-Industrie».
Gegen das Zelebrieren des Andenkens wehrt sich nun erstmals ein Mann, der aus dem innersten israelischen Establishment stammt. Die Holocaust-Durchdringung des Alltags habe verheerende Konsequenzen, mahnt Avraham Burg. Die Ve ...