Die Sache mit der Prostitution hat ihm etwas zugesetzt. Fernseh-Talkshows bemühen sich um ihn, Journalisten drängen. Es gab schon Kirchenaustritte, und Gottfried Wilhelm «Godi» Locher, der auffällige Präsident des Schweizer Reformiertenverbands, hat Angst, dass ihn sein Satz vielleicht bei seinem Plan behindern könnte, die reformierte Kirche der Schweiz nach dem Vorbild der Katholiken straffer und verbindlicher, stärker von oben nach unten zu organisieren – wobei er eine solche Umschreibung seiner Absichten heftig ablehnen würde. Als wir uns in einem Zürcher Hotel zum Frühstück treffen, bebt die Nervosität hinter dem smarten Hollywood-Lächeln des gut aussehenden 48-jäh ...