Mehrere tausend Jahre nachdem ihn thrakische Frauen zerrissen haben, wird nun noch einmal kräftig am Helden der Antike gezerrt. Anlass sind Orpheus’ Knochen, die letzten Sommer in den bulgarischen Bergen gefunden wurden, nahe der Grenze zu Griechenland. Für national gesinnte Bulgaren ein Beweis dafür, dass Orpheus einer der Ihren gewesen sein muss. Trotzdem lancierten griechische Reisebüros jüngst eine Werbekampagne mit dem Slogan «Come to the land of the mythical Orpheus». Das sei eine «Verdrehung der Geschichte», konterten bulgarische Reisebüros, die Griechen wollten «einen der grössten Schätze der bulgarischen Geschichte rauben». Der Streit dürfte noch länger andauern. ...