In ihrer Verzweiflung über die Flüchtlingskrise hat die Europäische Union ihren langjährigen Beitrittskandidaten Türkei neu entdeckt. Am letzten Gipfel in Brüssel wurde das Abkommen besiegelt, das letzten November skizziert worden war und das eine Regelung und Drosselung der Flüchtlingsströme nach Europa ermöglichen soll. Dass dies gelingt, ist zweifelhaft.
Die Türkei ist nicht erst seit dem Krieg in Syrien ein für Europa strategisch wichtiges Land. Im Kalten Krieg stellte sie innerhalb der Nato eine der grössten Landarmeen und war ein Bollwerk gegen sowjetische Expansionsgelüste nach Süden. Nach dem sowjetischen Kollaps trug sie zur Stabilisierung der zentralasiatischen Repub ...