«Sie wollen über Reich-Ranicki schreiben? Der trägt ja inzwischen einen Heiligenschein.» «Reich-Ranicki? Der wird eines Tages direkt in den Himmel auffahren.» Das waren die spontanen Reaktionen zweier deutscher Verleger, denen ich meine Absicht vortrug, ein Buch über den «Literaturpapst» zu schreiben. Kein Zweifel: Der Literaturkritiker Marcel Reich-Ranicki ist mehr als nur eine «Ikone des Feuilletons», zu der Bundeskanzlerin Merkel ihn erklärt hat. Die halbwegs säkularisierten Deutschen bringen Reich-Ranicki inzwischen eine fast schon religiöse Verehrung entgegen. Sie treten dem Kritiker weit unkritischer gegenüber als dem «echten» Papst Benedikt XVI.
Diese Verehrung hat e ...