Theater darf alles. Theater darf das Publikum beschimpfen, die Bühne mit Menschen in hässlichen Unterhosen bevölkern, sich nicht an die Vorlage halten, darf überzeichnen, ausblenden, provozieren. Letzteres versprach der britische Dramaturg Simon Stephens mit seinem neuen Werk «Motortown» zu tun. Das Stück über den Irakkrieg-Veteranen Danny werde, so seine Ankündigung zur englischen Uraufführung im Londoner Royal Court Theatre diesen Frühling, die Antikriegsmärsche verhöhnen. Es sei ein Plädoyer wider «den verbreiteten Instinkt, die USA und Tony Blair zu dämonisieren». Man durfte also gespannt sein, als das Zürcher Schauspielhaus letzte Woche zur deutschsprachigen Erstauffü ...