Claude Debussy, unter der Maske des Monsieur Croche ein unbestechlicher Beobachter seiner Zeit, attestierte Jules Massenet, «mit seiner Musik Beiträge zur Geschichte der weiblichen Seele zu leisten». Debussy sagte das nicht ohne Neid, denn Massenet hatte einiges, was ihm selber versagt blieb. Zum Beispiel das gesellschaftliche Renommee, das Guy de Maupassant verlockte, ihn in der Novelle «Notre cœur» als Massival zum Mittelpunkt der Pariser Salons zu machen. Zudem verdiente kein anderer Komponist im letzten Viertel des 19. Jahrhunderts mit seiner Musik mehr als Jules Massenet. Nicht einmal der fleissige Johann Strauss!
Mit seinen rund zwei Dutzend Opern traf Massenet den Nerv – und d ...